Im Rahmen des EU-Projekttags hat der SPD-Bundestagsabgeordnete Michael Thews die Martin-Luther-Schule in Hamm besucht. Nach einer Führung durch die Schule erhielt er zunächst Einblicke in die Arbeit der Schülerfirma, bevor er sich in einer Diskussionsrunde den Fragen von Schüler:innen einer 10. Klasse stellte.

Besonders beeindruckt zeigte sich Thews von der Schülerfirma, die eigenständig organisiert wird. Die Jugendlichen übernehmen alle Abläufe selbst, vom Einkauf bis zum Verkauf. Im Schulkiosk werden frisch zubereitete Speisen für maximal einen Euro angeboten, überwiegend vegan und fair gehandelt.

Ein zentrales Projekt ist eine kulinarische Weltreise. Dabei sammeln die Schüler:innen Rezepte aus ihren Herkunftsländern, häufig basierend auf Familienrezepten. Geplant ist ein Kochbuch mit rund 25 Gerichten, ergänzt um persönliche Geschichten und Hintergründe zu den jeweiligen Ländern. Für den Druck der Auflage werden noch etwa 5.500 Euro benötigt.

Auch im Cateringbereich ist die Schülerfirma aktiv. Für Veranstaltungen werden Fingerfood-Buffets für bis zu 100 Gäste vorbereitet. Planung, Zubereitung und Service erfolgen vollständig durch die Schüler:innen, meist über einen Zeitraum von zwei Tagen.

Michael Thews erklärt: „Hier wird nicht nur gekocht, hier wird Verantwortung übernommen und unternehmerisches Denken ganz praktisch gelernt. Solche Projekte zeigen, wie viel Potenzial in unseren Schulen steckt und wie wichtig praxisnahe Bildung ist.“

Lehrerin Monika Folkerts, die das Projekt begleitet, betont: „Uns ist wichtig, dass die Schülerinnen und Schüler Verantwortung übernehmen und ihre eigenen Ideen einbringen können. Die Schülerfirma verbindet praktisches Lernen mit Teamarbeit und interkulturellem Austausch. Das Kochbuch ist dafür ein besonderes Beispiel, weil hier persönliche Geschichten und unterschiedliche Kulturen zusammenkommen.“

In der anschließenden Diskussionsrunde nutzten die Schüler:innen die Gelegenheit, eine Vielzahl politischer Themen anzusprechen. Neben Fragen zur Wehrpflicht, zur Rente und zur Inflation ging es auch um internationale Konflikte, die Zukunft der Europäischen Union sowie um innenpolitische Themen wie Drogenpolitik und soziale Gerechtigkeit.

Thews zog ein positives Fazit: „Das Interesse und die inhaltliche Tiefe der Fragen haben mich sehr beeindruckt. Viele junge Menschen setzen sich intensiv mit politischen Themen auseinander. Genau dieser Austausch ist ein wichtiger Baustein für eine lebendige Demokratie.“

Der EU-Projekttag bietet Schülerinnen und Schülern jedes Jahr die Möglichkeit, mit Politikerinnen und Politikern ins Gespräch zu kommen und Einblicke in politische Entscheidungsprozesse zu erhalten.