Michael Thews besucht EDEKA und Logipack in Hamm, Austausch über Zukunft der Mehrwegsysteme
Der heimische SPD-Bundestagsabgeordnete Michael Thews hat die Unternehmen EDEKA und Logipack Service GmbH in Hamm besucht. Vor Ort erhielt er eine Führung durch beide Anlagen und informierte sich über die Abläufe rund um Sortierung, Logistik und Aufbereitung von Mehrwegverpackungen im Getränkebereich.
Der Standort von EDEKA in Hamm ist ein reiner Mehrwegstandort mit einer Fläche von rund 146.000 Quadratmetern. Jährlich werden dort etwa 23 Millionen Getränkekisten bewegt. Für die Logistik sind unter anderem 57 eigene Lkw im Einsatz. Bei der Sortierung unterstützen moderne Roboteranlagen, die derzeit sechs verschiedene Flaschensorten automatisch erkennen und sortieren können. Gleichzeitig befinden sich im deutschen Mehrwegsystem mehr als 200 unterschiedliche Flaschenvarianten und 1.200 verschiedene Rahmen im Umlauf. Diese hohe Vielfalt wurde von allen Beteiligten als Herausforderung für effiziente Kreisläufe bewertet. “Für die Wiederverwendung von Flaschen wäre es definitiv von Vorteil, nur eine gewisse Anzahl von verschiedenen Flaschenarten zuzulassen. Diese enorme Individualität bringt den Kunden nichts, kostet aber in der Sortierung unglaublich viel Zeit und Geld”, so Thews. “Zudem ist die Komplexität, die sich daraus ergibt, für uns mit hohen Investitionen in die Anlagen verbunden”, ergänzt Rainer Schwittay, Leiter Zentrale Mehrweglogistik bei EDEKA.
Beim Besuch der Logipack Service GmbH wurde deutlich, welche Rolle spezialisierte Logistikunternehmen für funktionierende Getränkekreisläufe spielen. Logipack entwickelt und betreibt Verpackungs- und Transportlösungen, die von mehreren Herstellern und Händlern gemeinsam genutzt werden können. Dazu gehören unter anderem standardisierte Transportrahmen und spezielle Großverpackungen, mit denen insbesondere Sixpacks effizient auf Paletten gebündelt und transportiert werden können. Solche Systeme werden von verschiedenen Unternehmen gemeinsam genutzt und erleichtern so die Logistik entlang der gesamten Lieferkette und sorgen für kürzere Transportwege. Hintergrund ist eine Veränderung im Konsumverhalten. Während früher häufiger komplette Getränkekisten gekauft wurden, greifen viele Verbraucherinnen und Verbraucher zunehmend zu kleineren Einheiten wie Sixpacks oder einzelnen Flaschen. Für Handel und Hersteller bedeutet das neue Anforderungen an Verpackung, Transport und Sortierung. Unternehmen wie Logipack entwickeln dafür Lösungen, damit auch kleinere Gebinde effizient transportiert und möglichst ressourcenschonend in bestehende Mehrweg- und Logistiksysteme integriert werden können.
Im Anschluss fand ein gemeinsamer Austausch mit Vertreter:innen von Pro Mehrweg, der Stiftung Initiative Mehrweg, des Bundesverbands des Deutschen Getränkefachgroßhandels sowie des Handelsverbands Deutschland statt. Im Mittelpunkt standen aktuelle Entwicklungen im Bereich der Mehrwegsysteme sowie die Auswirkungen der neuen europäischen Verpackungsverordnung Packaging and Packaging Waste Regulation.
“Mehrweg ist ein zentraler Baustein der Kreislaufwirtschaft. Systeme, die über Jahrzehnte gewachsen sind, leisten einen wichtigen Beitrag zur Ressourcenschonung und zum Klimaschutz. Deshalb ist es wichtig, dass neue europäische Regelungen diese funktionierenden Strukturen stärken und nicht unbeabsichtigt schwächen. Hinweise zur praktischen Umsetzung und eventuellen Problemen von Gesetzen und Verordnungen sind daher immer sehr hilfreich”, erklärte Thews.
Bei der Führung wurde deutlich, welche logistischen Leistungen hinter funktionierenden Mehrwegsystemen stehen. Leergut muss gesammelt, sortiert, transportiert und wieder in den Umlauf gebracht werden. Unternehmen wie EDEKA und Logipack leisten dafür einen entscheidenden Beitrag in der praktischen Umsetzung.
“Der Austausch mit Unternehmen und Verbänden ist für meine Arbeit im Bundestag enorm wichtig. Nur wenn wir die Abläufe vor Ort kennen, können wir politische Entscheidungen treffen, die ökologisch sinnvoll und zugleich praktikabel sind”, so Thews abschließend.
