Michael Thews, MdB, Berichterstatter für private Altersvorsorge

Mit der Frühstartrente geht die Bundesregierung aus CDU/CSU und SPD den nächsten Schritt bei der Modernisierung der Altersvorsorge in Deutschland. Kinder werden künftig bereits ab dem sechsten Lebensjahr mit monatlich 10 Euro beim Aufbau einer zusätzlichen kapitalgedeckten Altersvorsorge unterstützt. Bis zum 18. Geburtstag kommt so eine Summe von 1440 Euro zusammen. Bei einer durchschnittlichen Rendite wachsen die staatlichen Zulagen bis zum 65. Geburtstag auf rund 53.000 Euro an. Hinzu kommt die Möglichkeit privater Zuzahlungen.

„Langfristiger, kapitalmarktorientierter Vermögensaufbau funktioniert besonders gut, wenn man früh damit anfängt. Genau da setzen wir mit der Frühstartrente an“, erklärt der SPD-Bundestagsabgeordnete Michael Thews. „Wir geben jungen Menschen einen ersten eigenen Baustein für ihre Altersvorsorge und ermöglichen ihnen gleichzeitig, früh Erfahrungen mit dem Kapitalmarkt zu sammeln.“

Die Frühstartrente startet zum 1. Januar 2027 mit den Jahrgängen 2020 und 2021. Für den Jahrgang 2020 wird die Förderung rückwirkend ab dem 1. Januar 2026 gewährt. Danach kommt jedes Jahr ein weiterer Jahrgang hinzu. Der Staat zahlt für jedes anspruchsberechtigte Kind monatlich zehn Euro in die Altersvorsorge ein. Kern des Modells ist das bereits mit der Reform der privaten Altersvorsorge geschaffene Standarddepot. Es steht für einfache, transparente und kostengünstige Altersvorsorgeprodukte.

„Das Entscheidende ist: Wir bauen hier kein neues System neben die private Altersvorsorge, sondern denken beides zusammen. Deshalb war es auch richtig, dass wir zuerst die private Altersvorsorge reformiert haben, auf der die Frühstartrente jetzt aufbaut“, so Thews. „Ein Kind kann mit sechs Jahren mit dem Standarddepot starten und dieses grundsätzlich bis ins Rentenalter weiterführen. Altersvorsorge wird damit wesentlich einfacher: Ich muss nicht ständig neue Produkte suchen und wechseln, sondern kann auf einem durchgängigen System aufbauen.“

Auch nach dem 18. Geburtstag kann das Standarddepot weitergeführt und im Rahmen der geförderten privaten Altersvorsorge weiter bespart werden. Damit entsteht erstmals eine durchgängige Vorsorgelogik vom Kindesalter bis zur Rente.

Besonders wichtig ist Thews, dass die Frühstartrente tatsächlich alle Kinder erreicht. Wenn Eltern nicht selbst tätig werden und keinen individuellen Vertrag abschließen, fließen die staatlichen Beiträge in eine von der Deutschen Bundesbank verwaltete kollektive Auffanglösung. „Die Altersvorsorge der Kinder darf nicht davon abhängen, ob die Eltern sich mit ETFs und Altersvorsorgeprodukten auskennen oder rechtzeitig einen Vertrag abschließen“, betont Thews. „Deshalb fangen wir mit der kollektiven Anlage jedes Kind auf.“

Für die kollektive Anlage wurden im parlamentarischen Verfahren klare Vorgaben beschlossen. Die Mittel sollen breit gestreut und weltweit in Aktien und Aktienfonds investiert werden, um den langen Anlagehorizont der Kinder konsequent für den Vermögensaufbau zu nutzen. „Ich bin ehrlich gesagt auch gespannt, wie sich die Auffanglösung im Vergleich zu den privaten Angeboten entwickeln wird. Die Auffanglösung wird für die privaten Anbieter eine echte Konkurrenz darstellen“, so Thews. „Bei einer breit diversifizierten, langfristigen Aktienanlage und sehr niedrigen Verwaltungskosten würde es mich nicht wundern, wenn die kollektive Anlage am Ende so manches private Produkt bei der Performance schlägt.“

Ein weiterer zentraler Baustein ist das öffentlich verwaltete Standarddepot, das bereits mit der Reform der privaten Altersvorsorge beschlossen wurde. Auch dieses soll künftig für die Frühstartrente zur Verfügung stehen. „Einmal auf den Weg gebracht wird das öffentliche Standarddepot eine Benchmarkt für den gesamten Markt darstellen“, erklärt Thews. „Es soll einfach, transparent und besonders kostengünstig sein. Private Anbieter werden zeigen müssen, dass sie mindestens ebenso gute Produkte anbieten können. Es liegt jetzt am Bundesministerium der Finanzen, die dafür nötige Verordnung zeitnah auszuarbeiten.“

Damit werde zugleich der Wettbewerb um niedrige Kosten und gute Renditen gestärkt. Für Standarddepots gilt ein Kostendeckel von einem Prozent jährlicher Effektivkosten. Das staatlich geförderte Frühstartrentenvermögen wird zusätzlich vor Abschluss- und Vertriebskosten geschützt.

Neben dem Vermögensaufbau verfolgt die Frühstartrente ausdrücklich auch ein Bildungsziel. Sie soll in die kommende Nationale Finanzbildungsstrategie der Bundesregierung eingebettet werden. „Finanzbildung funktioniert am besten, wenn sie nicht abstrakt bleibt“, sagt Thews. „Kinder können mit der Frühstartrente ganz konkret erleben, was langfristiges Sparen bedeutet, wie Rendite entsteht, warum Kurse schwanken und weshalb ein langer Anlagehorizont wichtig ist.“ Geplant ist, dass die Entwicklung der Kollektivanlage bei der Bundesbank einfach auf der Homepage der Bundesbank einsehbar sein wird. „Ich könnte mir vorstellen, dass auch die privaten Anbieter Lösungen entwickeln, mit denen die Kinder die Entwicklung ihrer Depots tagesaktuell abrufen können“

Für Thews fügen sich damit die Reform der privaten Altersvorsorge und die Frühstartrente zu einem gemeinsamen Konzept zusammen: „Wir modernisieren die Altersvorsorge Schritt für Schritt. Mit dem Altersvorsorgedepot haben wir die private Vorsorge einfacher, kostengünstiger und renditeorientierter gemacht. Mit der Frühstartrente beginnen wir jetzt bereits im Kindesalter. Unser Ziel ist eine Altersvorsorge, die über den gesamten Lebensverlauf funktioniert: einfach, transparent und mit guten Chancen auf langfristigen Vermögensaufbau. Die Frühstartrente ist ein weiterer Baustein in der großen Rentenreform der Bundesregierung. Als Sozialdemokratische Partei Deutschlands ist uns dabei die sozial gerechte Weiterentwicklung der gesetzlichen Rente als Kern der Altersvorsorge besonders wichtig.“