Michael Thews, MdB, Berichterstatter für private Altersvorsorge

Mit der Reform wird die staatlich geförderte private Altersvorsorge grundlegend neu aufgestellt. Die neuen Regelungen sollen zum 1. Januar 2027 in Kraft treten.

„Mit diesem Gesetz vollziehen wir einen echten Systemwechsel in der privaten Altersvorsorge“, erklärt der SPD-Bundestagsabgeordnete Michael Thews. „Wir machen Vorsorge einfacher, kostengünstiger und vor allem renditestärker.“

Das bisherige Riester-System habe strukturelle Schwächen gezeigt. Es sei zu komplex, zu teuer und habe durch starre Garantievorgaben die Chancen des Kapitalmarkts nicht ausreichend genutzt.

Kern der Reform ist die Einführung eines neuen Altersvorsorgedepots.

Ein zentrales Element ist dabei das öffentlich verwaltete Standarddepot:

„Das öffentlich verwaltete Standarddepot ist ein Meilenstein in der deutschen Altersvorsorge. Es wird der entscheidende Hebel, um private Vorsorge einfacher, günstiger und für breite Bevölkerungsschichten zugänglich zu machen.“

Für die einfachen Standarddepots wird ein Kostendeckel von 1 Prozent jährlicher Effektivkosten eingeführt.

„Gerade deshalb wird das öffentlich verwaltete Depot so wichtig. Es wird sicher deutlich günstiger sein und damit die Benchmark für den gesamten Markt setzen. Private Anbieter müssen sich künftig daran messen lassen. So stellen wir sicher, dass die Rendite auch wirklich bei den Menschen ankommt.“

Das Standarddepot ist einfach, transparent und digital abschließbar. Es ermöglicht die Anlage in Aktien- und Anleihefonds und nutzt ein Lebenszyklusmodell zur Risikoreduzierung vor Renteneintritt.

Zugleich ist das öffentlich verwaltete Standarddepot auf die geplante Frühstart-Rente ausgerichtet.

„Wir denken Altersvorsorge künftig stärker über den gesamten Lebensverlauf. Gerade in Verbindung mit der Frühstart-Rente ist das öffentliche Standarddepot ein historischer Schritt für die Altersvorsorge in Deutschland. Wir schaffen damit erstmals eine durchgängige, moderne und kostengünstige Vorsorgelogik vom frühen Einstieg bis in die Rentenphase.“

Nach den Worten von Thews weist die Reform damit über die private Altersvorsorge hinaus.

„Das öffentliche Standarddepot ist nicht nur für die dritte Säule ein Meilenstein. Es kann auch Impulse für die Weiterentwicklung der betrieblichen Altersvorsorge setzen. Wir schaffen damit einen neuen Referenzpunkt dafür, wie kapitalmarktorientierte Vorsorge in Deutschland einfach, transparent und effizient organisiert werden kann.“

Zugleich wurde im parlamentarischen Verfahren die Förderlogik deutlich verbessert.

Bei der Grundzulage wird künftig ein jährlicher Sparbetrag von bis zu 360 Euro mit 50 Cent pro eingezahltem Euro gefördert. Für darüber hinausgehende Beiträge bis zu 1.800 Euro jährlich beträgt die Förderung 25 Cent pro eingezahltem Euro.

Besonders deutlich verbessert wurde die Kinderzulage:

„Gerade Familien profitieren von der Reform ganz konkret. Die maximale Kinderzulage wird künftig bereits mit deutlich geringeren Eigenbeiträgen erreicht.“

So kann die volle Kinderzulage bereits ab einem monatlichen Sparbeitrag von 25 Euro erreicht werden – im ursprünglichen Entwurf waren dafür noch 100 Euro monatlich erforderlich.

„Das ist ein echter Fortschritt für Familien und insbesondere für Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen.“

Gleichzeitig setzt die neue Förderlogik weiterhin einen klaren Anreiz, möglichst viel selbst für das Alter anzusparen.

Die Reform öffnet die Förderung außerdem für weitere Gruppen, die bisher nicht ausreichend erreicht wurden.

„Künftig profitieren auch Selbstständige, Freiberuflerinnen und Freiberufler sowie Angestellte in berufsständischen Versorgungssystemen. Gerade in diesen Gruppen bestehen häufig Versorgungslücken bei der zusätzlichen Altersvorsorge. Diese Menschen unterstützen wir jetzt gezielt.“

Die Reform schafft darüber hinaus mehr Flexibilität in der Auszahlungsphase und sorgt dafür, dass hohe Abschlusskosten nicht mehr zu Beginn der Ansparphase die Rendite schmälern.

„Wir schaffen ein System, das auf langfristigen Vermögensaufbau ausgerichtet ist – einfach, transparent und fair. Das ist ein Meilenstein für die Altersvorsorge in Deutschland.“